Freitag, 21. August 2009

Projekt Pommes: Day Off

Nachdem der Schweller rechts in der Nacht von Donnerstag auf Freitag meiner ersten Urlaubswoche saß, konnte ich beruhigt nach Cuxhaven aufbrechen. Der Doc wollte den Patienten nicht allein lassen. Trotz mehrfacher Aufforderung wollte er nicht mit zur Küste. Das Loch, das wir auf der rechten Seite gerissen hatten, lag ihm schwer im Magen. Und so machte er weiter. Hier sehen wir die "seltsame" Ecke oben auf dem Radkasten. Ergänzt mit einem Innenkotflügelteil einer Langschnauzer-Limousine, die mal als Eigenbau-Cabrio auf der Techno Classica gestanden hat.
Die runde Aufnahme der Rückbank ist ebenfalls von einem Tauschteil. War ja alles weg da. Die äußerste Ecke unten links ist von Hand nachgedengelt. Ansonsten ist alles original VW. Man glaubt es kaum...
Sieht doch schon wieder ganz manierlich aus. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich, als ich am Sonntag nach einem grandiosen Treffen wieder in Bergkamen mit dem TL einlief, es kaum glauben konnte. Gut. Es ist nicht alles auf Stoß gesetzt. Da muss man auch mal auf "Ankommen" spielen. Aber diese Arbeit kann sich echt sehen lassen!
Es konnte mit neuer Hoffnung weitergehen. Die linke Seite wartete ja noch. Und nur noch eine Woche Urlaub...

Donnerstag, 20. August 2009

Projekt Pommes: Fünf Minuten schwitzen

Heute fangen wir mal mit dem Happy End des Tages an. Der rechte Schweller sitzt!!!!
Der Weg dahin war lang und entbehrungsreich. Highlight war echt, als wir glaubten, dass er nicht passt. Hinten am Treppenblech alles ok, an der B-Säule dann gut fünf Millimeter Überstand nach vorn, an der A-Säule dann schon ein guter Zentimeter. Erste Vermutung: Der Türausschnitt ist irgendwie anders. Blödsinn! Dann müsste es ja auch verschieden lange Türen geben. Also Maß am Türausschnitt und am Rep-Blech genommen: 1a!
Uns stand der Schweiß auf der Stirn. Wo ist der Fehler? War alles umsonst? Dann die Idee: Wir schneiden einen kleinen Keil in die Schraubkante am Treppenblech. Genau in der Ecke. Dann könnte man den Schweller nach vorn und hinten um diesen "Drehpunkt" schieben. Gesagt, gesägt. Und tatsächlich: So wurde es möglich, den Schweller reinzukriegen. Über die Detailprobleme wegen des immer noch untergeschobenen Bodens (inzwischen gelöst, Hilfsrahmen nach hinten verlängert, Häuschen auf Böcke gestellt) mag ich nicht reden. War scheiße. Aber der Boden sollte uns nach dem Heften des Schwellers zeigen, ob an der Schraubkante noch alles übereinander sitzt.
Sieht die S-Blech-Ecke nicht toll aus? Alles wie neu.
Auch von unten. Hach watt schön. Es geht voran!
Oder doch nicht? Radhaus vorn links. Was da schon rausgeschnitten ist aber noch an Tankauflage und Verstärkung hängt, muss komplett raus. Die nächste Großbaustelle kündigt sich an.

Mittwoch, 19. August 2009

Projekt Pommes: Limbo!!!!!

Heute tun wir was für das Unterhaltungsprogramm und gönnen Pommes mehrere Limbo-Stangen zum drunter her tanzen. Tanzlehrer in Aktion:
Die Stoßstangenaufnahme hinten rechts hatte gar nicht so schlecht ausgesehen, dann schnitt ich sie auf, um sicher zu sein. Tjoa. Ist auch schon mal dran rumgeschweißt worden. Das Blech ist hauchzart. Da Pommes noch einen Klauhaken kriegen soll, empfiehlt sich Ersatz. Rechts UND links...
Erst Verwunderung, warum das mit dem Flexen so lang dauert und woher der feine weiße Staub kommt. Dann die Erkenntnis: Auch an den Treppenblechen wurde Spachtelmasse eingebracht. Hier der zerschnittene "Schokoriegel":
Und was ist das? Na ist doch klar: Das herausgetrennte Treppenblech von unten mit Gurtverstärkung.
Schon besser! Aber da muss noch viel mehr raus
Mal zur Ansicht: Der abpräparierte Rahmenausläufer der Hinterachsbefestigung noch auf dem Ersatz-Treppenblech aufliegend (übrigens war der Spender ein 73er TL aus den USA mit Klimaanlage, zu erkennen an den kleinen Schlauchschellen auf dem Bild).
Und hier im abgenommenen Zustand.
Auch oben im Radhaus ist nun ein Fenster drin.
Der Reparaturschweller muss vorbereitet werden. Die Gurtverstärkung ist per Schweißpunktfräser runtergeholt worden. Das marode Blech haben wir vorsichtig herausgetrennt. Ziel: Möglichst viel VW-Blech erhalten – egal aus welchem Baujahr es stammt. Am Rande: Die Teile, die wir in Pommes einschweißen werden, stammen aus acht verschiedenen Typ 3 von 1962 bis 1973. Patchwork vom Feinsten!
Schwellerendstück. Leider auch hier Durchschüsse am Tauschblech. Raustrennen, als Muster weglegen, nachbauen. Kein Problem.
Hier wird es kritischer: Am S-Blech ist leider so manche Stelle weggegammelt.
Und auch zur Schraubkante hin wird es hinten dünn. Raus damit! Wir reparieren das Reparaturblech!
Das Loch wird immer größer. Nach nochmaliger Begutachtung und Prüfung der Ersatzblechbestände haben wir noch mehr entfernt, was nicht mehr so schön war.
Nichts mehr da! Freier Blick von Radhaus zu Radhaus. Der Boden gibt nun zusammen mit dem Hilfsrahmen die Stabilität. Häuschen und Boden sind an den Achsaufnahmen vorn und hinten fest verschraubt. Da sollte nix schief gehen...
In grandioser Handarbeit wird der 73er Schweller wieder einsatzklar gemacht. Gute Leute braucht man, gute Leute.
Und zum Schluss noch ein Filmchen vom Schweller:

Das war wieder ein fröhlicher Flex-Tag. Und morgen würde das so weitergehen. Der Schrauberurlaub würde nicht reichen, um Pommes wieder fit zu kriegen. Das wurde nun klar. Und ganz ehrlich: An diesem Mittwoch mit diesen Löchern allüberall kam es mir in den Sinn, das ganze Projekt auf den Schrott zu schieben. Doc Schrott und ich haben das gut eine halbe Stunde lang diskutiert. Dann kamen wir überein: Wir ziehen es durch! Aus guten Gründen: 1. schmeißt man 2500 Euro nicht so einfach weg, 2. haben wir fast alle Teile, die wir brauchen und 3. ist vor allem der Doc motiviert bis in die Haarspitzen. Auch meine Motivation sollte schon am nächsten Tag wieder entscheidend steigen. Doch dazu morgen mehr.

Dienstag, 18. August 2009

Projekt Pommes: Hymne

Beim Schrauben dudelt das Radio. Natürlich Eins Live. Rusted from the rain wird ab Tag 2 zu unserer Hymne. Allerdings werde ich das Lied umdichten müssen in "Verpfuscht by the Vorbesitzer". Passt besser. Der zweite Tag beginnt in einer aufgeräumten Garage.

Das hier ist die Stelle auf dem Radksten hinten rechts, die "so komisch aussah". Da war nicht nur von unten ein Blech drüber, sondern auch eines von oben. Und damit die Rundung stimmt, wurde alles schön eingeschnitten, übereinander gelegt, verbraten und schön übergespachtelt.

Okay. Und das übliche: Ein Schweller voll mit schönen Oxidantien oder so...

Das war im Wesentlichen der Tag. Rostnester rausflexen, U-Schutz und Spachtel abkratzen, wegföhnen oder wegschleifen und alles am Abend zusammenfegen. Pommes nimmt ab. Ein Vari im Leichtbau. Langsam wird klar: Unterhalb der Fensterkante bleiben - wenn es gut läuft - 60 % des Bleches bestehen. Der Rest ist Kernschrott.

Montag, 17. August 2009

Projekt Pommes: Knusprig und gut durch

Mein guter Freund Doc Schrott hatte mir aus persönlichen Gründen am Donnerstagabend davor für das Typ 3 Europatreffen abgesagt. Da wollten wir gemeinsam hin. Ich fand das sehr schade und disponierte kurzfristig um. Freitagmittag fuhr ich so nach Spa und hatte Spaß. Doc Schrott hatte wohl irgendwie ein schlechtes Gewissen. Na jedenfalls legte er schon mal allein los an Pommes. Als ich am Sonntagnachmittag zurückkam sah der Wagen so aus:
Ich schritt zur Bestandsaufnahme. Doc Schrott hatte mich schon mit den Worten begrüßt, dass es eine gute und eine schlechte Nachricht gäbe: 1. die Technik wäre besser als angenommen (Bremsen gängig, Trommeln, Sättel und vordere Scheiben neu, Stoßdämpfer neu), 2. Die Karosserie allerdings sei... nun ja, eben wie Pommes so sind: knusprig und gut durch. Preisfrage: Wo am Auto ist das hier?
Lösung: Lüfterkasten hinten rechts. Schön von unten vom Radkasten her über den Rost gebraten und PU-Schaum zum Rostschutz eingebracht. Vielen Dank auch!
Das hier wussten wir schon. Aber so einen Innenschweller hätte ich für eine gewisse Zeit akzeptiert.
Bei dieser Stufe war klar: Sie müsste ersetzt werden. Das war eine geplante Arbeit. Dumm nur: Auch rundum war nicht mehr viel Brauchbares.
Lösung: Radikalersatz. Das hier ist ein Treppenblech aus einem 73er TL, den Doc Schrott vor Jahren mal schlachten musste.
An dem Treppenblech hing noch ein wenig mehr dran. Für die rechte Seite war unglaublicher Ersatz vorhanden: Treppenblech, kompletter Schweller, S-Blech und Säulenansätze in passablem Zustand. Rechts war nicht ganz so viel vorhanden und in schlechterem Zustand. Wir würden dennoch jedem Quadratzentimeter bitter nötig brauchen.
Fußnote am Rande: Die Elektrik ist auch mal so richtig Fratze.
Und einen größeren Lautsprecherausschnitt gibt es auch. Im Grunde erhält ein Typ 3 über das Armaturenbrett Stabilität. Wir werden das also wieder herrichten, auch wenn es keiner sieht.
Das große Blech mit PU-Schaum entstammt dem rechten hinteren Radhaus. Es war großflächig auch über gesunde Blechpartien gebraten worden. Immer schön an der Nahtstelle von Innen- und Außenradhaus entlang. Durch den wundervollen Schaum war anschließend das noch gesunde Blech natürlich auch dem Rost geweiht.
Da sieht man das die abpräparierte Region und den bereits abgenommen Außenradkasten, der so verrostet ist, dass wir noch Ersatz suchen. Also wer was weiß...
Verstärkung links auf dem Außenradkasten.
Und die Region darunter. Im unteren Bereich komplett durch.
Freiheit für den Motor! Schafft Fenster nach außen! Im Hintergrund zu sehen: Haselnusssträucher im elterlichen Garten.
Nach links ist die Durchrostung an der gleichen Stelle links. Noch nicht so schlimm - aber das sollte auch noch besser werden ;-).
Das ist der rechte Innenradkasten zum Kofferraum hin. Sieht irgendwie komisch aus, oder? Noch konnten sich Doc Schrott und ich das noch nicht so ganz erklären. Aber wir stehen ja auch erst am Anfang ereignisreicher Tage.
Weitere Löcher überall. Das ist kein Auto, das ist ein Golfplatz.
Werkzeug! Mein unumstrittener Liebling: Die gehärtete Bohrkrone zum Schweißpunkte auffräsen. Das Teil nimmt ordentlich was weg. Und sobald Roststaub auftaucht, weiß man, dass man zwischen den Blechen ist.

Okay. Das war Tag 1. Das macht doch Hoffnung, oder? Aber was soll ich sagen: Das ist noch nicht alles. So stay tuned.

Sonntag, 16. August 2009

Projekt Pommes: Urlaubstagebuch

Ihr erinnert Euch an Pommes? Diesen unschuldig dreinblickenden VW 1600 Variant, den ich kürzlich käuflich erworben habe? Schön! Vor gut zwei Wochen habe ich hier gepostet, dass ich den Lütten in meinem Jahresurlaub wieder fit machen möchte für die Straße. Der Jahresurlaub ist nun um, Internet habe ich somit auch wieder. Also kann ich hier ab sofort wieder fleißig posten. Ab morgen möchte ich Euch jeden Schraubertag in einigen Bildern und kurzen Filmchen zeigen. Sozusagen der Schrauberurlaub im Rückblick.

Dazwischen kommen dann immer mal wieder Bilder aus Spa vonne Bug Show und solche aus Cux vom RTTS 3. Wie Douglas schon richtig bemerkt hat, war ich in Spa und nicht in Kiel auf dem Typ 3 Europatreffen. Wie es dazu kam? Lest Ihr auch in den kommenden Tagen hier. Ich muss jetzt erst mal auspacken und die trockenen Pflanzen vonne Festerbank fegen. Blöde Erfindung, dieses Blumen gießen...

Gruß aus MUC,

Thorsten

Sonntag, 12. Juli 2009

Projekt Pommes: Erste Ergebnisse

Für mich hat das WE mal wieder auf Der Autobahn stattgefunden. Mal eben von München hoch nach Bergkamen blasten. Hat sich aber gelohnt, denn dieser hochbeinige Gefährte hier ist an diesem Wochenende umgezogen: Aus Carstens Schrauberhalle heim in die Garage, in der er nun in meinem Urlaub (wenn ich denn welchen kriege...) hergerichtet wird.
Carsten hält Händchen, während Pommes zum ersten Mal seit zehn Jahren das Tageslicht erblickt. Vorsichtig tasten sich die Reifen über die Torschwelle...
Geschafft! Grinsend steht der Lütte auf dem Hof vor der Scheune. Hat gar nicht weh getan.
Die Stoßstangen sind schon mal abgebaut. Damit sich Camelot nicht den Kopf stößt, wenn er drunter durch läuft. Alter, was ist die Karre hoch!
Huckepack! Ohne Motor und Getriebe wiegt die Karre nix. Die kann man mit dem kleinen Finger auf den Anhänger schieben.
Fahrt von Heil nach Overberge. Zum ersten Mal seit zehn Jahre spürt Pommes wieder mal Fahrtwind im Gesicht.
Daheim warten schon fünf Freunde. Eicke hat schön lackiert, Reifen aufgezogen und alle Gewichte innen geklebt, damit nichts den Look stört.
Den Motor habe ich auch vom Spindeln abgeholt. Wilfried meinte allerdings, dass ich wohl eine +2-Nocke brauche. Das ist blöde, weil meine Nocke 0 ist. Aber da findet sich schon noch ne Lösung.
Die Lagergasse ist jetzt 0,50 gebohrt. Wenn Carsten die Köpfe rausgesucht hat, geht's ab zu FKD-Tuning. Dann wird der Block gesteckt. Die Anbauteile sind schon fast alle fertig oder in Arbeit. Es geht voran!